Engagiert im Beruf

Doris Ahnen weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig Bildungschancen für alle ohne Blick auf die soziale Herkunft oder den finanziellen Hintergrund der Eltern sind. 1964 in Trier geboren, wächst sie mit drei Schwestern zunächst im Stadtteil Ehrang, an der Mündung der Kyll in die Mosel, auf. Die Mutter, Verkäuferin in einem Schuhgeschäft, und der Vater, von Beruf Handelsvertreter, wollen ihren Töchtern alle Bildungschancen offenhalten, auch nach dem leider sehr frühen Tod des Vaters. Die Ehranger Grundschule durchläuft Doris Ahnen ohne Probleme mit sehr guten Leistungen – ihr Lieblingsfach, das sie beruflich und aus Interesse bis heute begleitet: Mathematik.

Sie wechselt auf das Friedrich-Spee-Gymnasium, das 15 Jahre zuvor von der Stadt Trier in Ehrang für die nördlichen Stadtteile errichtet worden war. Ihr Interesse galt bald auch politischen Fragen und der Schülermitverwaltung. Das blieb auch ihren Mitschülerinnen und Mitschülern nicht verborgen: Sie wird zur Landesschülersprecherin gewählt – und so entsteht der erste dauerhafte Kontakt zur Landeshauptstadt Mainz.  

Der ist sie nach der Aufnahme des Studiums der Politikwissenschaft mit den Nebenfächern Öffentliches Recht und Pädagogik nicht nur privat, sondern auch beruflich treu geblieben. Und selbstverständlich hat sich Doris Ahnen weiterhin politisch engagiert: An der Johannes-Gutenberg-Universität übernimmt sie 1986 den Vorsitz des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA)  – also der Interessenvertretung der Studierenden gegenüber der Universität und der Landespolitik. Ihr wichtigster Ansprechpartner auf Seiten der Hochschule ist der Vizepräsident und spätere Präsident Professor Dr. E. Jürgen Zöllner. Der schätzt bald seine „Kontrahentin„ auf der Studierendenseite: hart in der Sache – verbindlich im Ton; stark in der Argumentation – keine persönlichen Angriffe; interessiert an umsetzbaren Ergebnissen – kein Beharren auf unrealistischen Maximalforderungen. 

Als Doris Ahnen ihr Studium beendet, überrascht der Universitätspräsident die ehemalige AstA-Vorsitzende mit einem Stellen-Angebot: Eintritt in die Universitätsverwaltung. Sie greift zu und beginnt ihre berufliche Laufbahn im Präsidialamt der Johannes Gutenberg-Universität.  Daneben arbeitet sie selbstverständlich politisch weiter. Mit dem Regierungswechsel 1991 übernimmt sie die Leitung des Ministerbüros des neuen Wissenschaftsministers Jürgen Zöllner. Fünf Jahre später wird sie zur Staatssekretärin im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Weiterbildung berufen. Hier setzt sie Maßstäbe für eine verantwortungsbewusste Bildungspolitik, deren Projekte wie die „Verlässliche Halbtagsschule“ im Grundschulbereich oder das gebührenfreie Erststudium später in anderen Bundesländern nachgeahmt werden. Am 18. Mai 2001 wird Doris Ahnen Ministerin für Bildung, Frauen und Jugend und bringt weitere bildungspolitische Vorhaben auf den Weg, die bundespolitischen Vorbildcharakter haben: Der Aufbau eines flächendeckenden Ganztagsschulangebots in allen allgemeinbildenden Schularten, der Ausbau der frühkindlichen Förderung in den Kindertagesstätten mit Beitragsfreiheit für die Eltern. Nachdem Professor Zöllner das Angebot annimmt als Bildungs- und Wissenschaftssenator in den Berliner Senat zu wechseln, übernimmt Doris Ahnen zusätzlich die Bereiche Wissenschaft und Kultur. Diese behält sie auch, ebenso wie die Verantwortung für Bildung und Weiterbildung, nach der Landtagswahl 2011.

Als erstes Bundesland reagiert Rheinland-Pfalz bereits frühzeitig auf den demografischen Wandel: kleine Klassen in den Grundschulen, die neue Realschule plus mit einem durchdachten Förderkonzept unterlegt, das sowohl die Chancen auf einen guten Schulabschluss erhöht als auch die Anschlussfähigkeit verbessert, sowie der Ausbau der Integrierten Gesamtschulen. Die Hochschulen öffnen sich noch mehr dem Prinzip „Aufstieg durch Bildung“ und ebnen beruflich erfolgreichen Meistern, Handwerkern und Angestellten den Weg zum Studium auch ohne Abitur. Die Hochschulen gründen neue Forschungseinrichtungen und werden zunehmend zu regionalen Innovationszentren. Kultur ist für sie nicht nur „Beiwerk“ oder entspannender Ausgleich vom Berufsalltag für kulturell Interessierte. Kunst und Kultur stiften Identität, sind Orte der kritischen Auseinandersetzung, bewahren kulturelles Erbe und sind offen für Neues. Deshalb wird die Kulturförderung verstetigt und mit neuen Initiativen ausgebaut. Auszubildende erhalten mehr Chancen auf Weiterbildung durch Anspruch auf 5 Tage Freistellung im Jahr.

Im Zuge der Regierungsumbildung von Malu Dreyer übernimmt Doris Ahnen im November 2014 die Leitung des Ministeriums der Finanzen und kümmert sich neben dem Landeshaushalt und der Finanzverwaltung vor allem um Fragen des bezahlbaren und attraktiven Wohnens gerade in Zeiten des demografischen Wandels.

Im Jahr 2005 wählt die Mainzer SPD Doris Ahnen zur Landtagskandidatin im Wahlkreis 28, nachdem der langjährige Abgeordnete Klaus Hammer sich zurückgezogen hat. Seit Mai 2006 vertritt sie die Interessen von Mainz und insbesondere der Menschen in den Stadtteilen im rheinland-pfälzischen Landtag.

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